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News, Infos, Berichte aus der Film- und Fernsehbranche vom Berliner Arbeitskreis Film e.V.

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    Bundesverband Schauspiel lobte zum sechsten Mal den Deutschen Schauspielerpreis aus.

    Am gestrigen Abend, den 22. September 2017, wurde im Berliner Zoo Palast zum sechsten Mal der Deutsche Schauspielerpreis vergeben. Ausgelobt wurde er vom Bundesverband Schauspiel (BFFS).

    Vorstandsmitglied Hans-Werner Meyer: "Die Preisverleihung gehört inzwischen zu den wichtigsten und glamourösesten Events der Filmwirtschaft, dabei ist der Preis aber immer noch ausgesprochen herzlich und authentisch geblieben. Ermöglicht wurde er durch das große Engagement vieler Unterstützer -Schauspieler, Sponsoren und vieler weiterer Partner - wofür wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken möchten."

    Insgesamt wird der Deutsche Schauspielerpreis (DSP) in zwölf Kategorien vergeben. Davon entscheidet über neun Preisträger die Jury des Deutschen Schauspielerpreises.

    Zusätzlich zu diesen neun Kategorien vergibt eine Spezialjury mit Vertretern von ver.di und BFFS den Preis für den Starken Einsatz, bei dem es darum geht, Fairness und gute Arbeitsbedingungen im Produktionsalltag zu belohnen.

    Darüber hinaus entscheiden die BFFS-Mitglieder noch über zwei Ehrenpreise: den Ehrenpreis für das Lebenswerk und den Ehrenpreis Inspiration, der an eine Persönlichkeit oder Institution geht, die durch ihre Leistung in besonderer Weise die Schauspielkunst ermöglicht und gefördert hat.

    Die Jury des DEUTSCHEN SCHAUSPIELERPREISES 2017, die Schauspielerinnen und Schauspieler Anna Stieblich, Sebastian Faust, Angelika Bartsch, Harald Krassnitzer, Jerry Kwarteng und Roman Knizka, hat nach Sichtung der relevanten deutschsprachigen Kino-, Fernsehfilme und Serien, die zwischen Januar 2016 und März 2017 zur Ausstrahlung kamen oder ihre Kinopremiere feierten, ihre Entscheidung gefällt: In neun Preiskategorien hat sie insgesamt 27 Schauspielerinnen und Schauspieler sowie ein Ensemble für die feierliche Preis-Gala im Berliner Zoo Palast nominiert. 

     

    "Wer letztendlich den Preis bekommt, entscheiden in diesem Jahr die BFFS-Mitglieder selbst. Da diese Entscheidung immer auch subjektiv ist, und weil für uns ohnehin die Inspiration im Vordergrund steht, die vom Spiel der Kolleginnen und Kollegen ausgeht, feiern wir alle Nominierten gleichermaßen und bedanken uns für die sehr umfangreiche und gründliche Arbeit unserer Jury," so Hans-Werner Meyer, Vorstandsmitglied des ausrichtenden Bundesverbands Schauspiel.

     

    DIE NOMINIERTEN & DIE GEWINNER

     

    Schauspielerin in einer Hauptrolle

    Martina Gedeck - „Gleißendes Glück”

    Jutta Hoffmann - „Ein Teil von uns” *Winner

    Kim Riedle - „Back for good”

     

    Schauspielerin in einer Nebenrolle

    Juliane Köhler  - „Back for good”

    Michaela May - „Familienfest”

    Uygar Tamer - „NSU: Die Opfer - Vergesst mich nicht” *Winner

     

    Schauspielerin in einer komödiantischen Rolle

    Gerti Drassl - „Vorstadtweiber” *Winner

    Sophie Rois - „Der mit dem Schlag”

    Andrea Sawatzki - „Zwei verlorene Schafe”

     

    Nachwuchs

    Almila Bagriacik - „NSU: Die Opfer - Vergesst mich nicht” *Winner

    Michael Glantschnig - „Wenn du wüsstest, wie schön es hier ist”

    Benjamin Lillie - „Dead man working”

    Mercedes Müller- „Tschick”

     

    Schauspieler in einer Hauptrolle

    Karl Markovics - „Polizeiruf: Und vergib uns unsere Schuld” *Winner

    Nicholas Ofczarek - „Tatort: Die Geschichte vom bösen Friederich”

    Albrecht A. Schuch - „NSU: Die Täter - Heute ist nicht alle Tage”

     

    Schauspieler in einer Nebenrolle

    Martin Brambach - „Der Fall Barschel” *Winner

    Sahin Eryilmaz - „Der mit dem Schlag”

    Ulrich Noethen - „Aufbruch”

     

    Schauspieler in einer komödiantischen Rolle

    Franz Hartwig - „Zwei verlorene Schafe”

    Gerhard Liebmann - „Wenn du wüsstest, wie schön es hier ist”

    Hinnerk Schönemann - „Der mit dem Schlag” *Winner

     

    STARKER AUFTRITT

    Rainer Bock - „Der Fall Barschel”

    Peter Franke - „Herr Lenz reist in den Frühling”

    Katja Heinrich - „Tatort: Tanzmariechen”

    Sigrid Marquardt - „Die Blumen von gestern” *Winner

    BESTES ENSEMBLE

    Wellness für Paare *Winner

    Ehrung für Lebenswerk

    Hanna Schygulla *Winner

    Den Ehrenpreis für das Lebenswerk erhält ein herausragende(r) Schauspielerin oder Schauspieler für sein wegweisendes darstellerisches Schaffen. In diesem Jahr wird die Schauspielerin Hanna Schygulla wird für ihr "stilprägendes darstellerisches Schaffen" mit dem Ehrenpreis des Deutschen Schauspielerpreises ausgezeichnet. Sie wurde vor allem mit Fassbinder-Filmen wie "Effi Briest" bekannt.

    "Die 73-Jährige überzeuge nicht nur durch ihre Schauspielkunst und ihre einzigartige Wirkung, sondern auch durch ihre innere Unabhängigkeit", sagte Hans-Werner Meyer vom Verbandsvorstand.

    Frühere Preisträger waren 2016 Armin Müller Stahl, 2015 Rolf Hoppe, 2014 Senta Berger, 2013 Götz George, 2012 Katharina Thalbach.

    Ehrenpreis »Inspiration«

    Karola Wille & Thomas Bellut *Winner

    Der Ehrenpreis »Inspiration« geht an eine Persönlichkeit oder Institution, die durch ihre Leistung in besonderer Weise die Schauspielkunst ermöglicht und gefördert hat. Ihn erhalten die ARD-Vorsitzende Karola Wille und der ZDF-Intendant Thomas Bellut.

    Dazu erklärte der BFFS-Vorstand: "...dass in Zeiten gezielter Desinformation das oft gescholtene und doch im weltweiten Vergleich stabile und effektive System der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten die Grundlagen des gesellschaftlichen Zusammenhaltes und der freien Meinungsbildung sind." - Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sei ein "Fels in der Brandung gezielter Desinformation".

    Frühere Preisträger des Ehrenpreises »Inspiration« waren der ehemalige Kulturstaatsminister und jetzige FFA-Präsident Bernd Neumann, der Produzent Günter Rohrbach, der Drehbuchautor Fred Breinersdorfer, die spanisch-katalanische Regisseurin und Drehbuchautorin Isabel Coixet sowie der langjährige Leiter des Gripstheaters, Volker Ludwig.

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    Über den DEUTSCHEN SCHAUSPIELERPREIS (DSP)

    Mit der Auszeichnung ehrt der Bundesverband Schauspiel e.V. (BFFS) Vorbilder, die sich um die Entwicklung der Schauspielkunst verdient gemacht haben, die in besonderer Weise und nachhaltig inspirieren und sich für den deutschen Film als Kulturgut und für die Schauspielkunst einsetzen. Der DSP wurde 2012 initiiert vom BFFS, dem größten Interessenverband der nationalen Film- und Fernsehindustrie.Veranstalter des DSP 2017 sind die Berliner Agentur La Maison in Kooperation mit dem BFFS.

     

    Über den Bundesverband Schauspiel e.V. (BFFS)

    Der BFFS vertritt die Interessen von Schauspielern in Deutschland. Seit der Gründung im April 2006 stellt der BFFS mit über 2.900 Mitgliedern heute den größten Berufsverband der nationalen Film- und Fernsehindustrie. Der BFFS arbeitet an einer erfolgreichen - auch im internationalen Kontext konkurrenzfähigen - Film- und Fernsehindustrie mit transparenten und fairen Regeln für alle Beteiligten. In dem Bewusstsein, dass Schauspieler Rückgrat und Gesicht einer wichtigen Branche mit hohem Zukunftspotential sind, pflegt der Bundesverband eine enge Vernetzung mit Politik, Sendern, Produzenten und anderen Filmverbänden. Zu den Zielen des BFFS zählen die Schaffung fairer Arbeitsbedingungen und verlässlicher sozialer Standards sowie die Förderung, Ermöglichung und der Schutz künstlerischer Qualität in Ausbildung und Produktion.

    Link: www.schauspielerpreis.com

    Quellen: ARD | SteinbrennerMüller Kommunikation

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    Bereits am Montag, den 18. September 2017, hatten wir nicht nur alle Nominierten der First Steps Awards, des Deutschen Nachwuchspreises, sondern auch die Gewinner als Update aufgelistet. Dennoch wollen wir heute Ulrike Schirm noch einmal Ihren persönlichen Eindruck von der Verleihung schildern lassen. Darüber hinaus steuert Elisabeth Nagy ihre Filmkritik zum mittellangen Spielfilm bei, den Nicolaas Schmidt mit "Final Stage" gewonnen hatte.

    Elisabeths Rezension zum Gewinner des Hauptpreises, dem langen, abendfüllenden Spielfilm von Adrian Goiginger, "Die beste aller Welten", kann in unserem Beitrag vom 20. Februar 2017 nachgelesen werden, der im Rahmen der Berlinale in der Rubrik »Perspektive Deutsches Kino« entstanden war.

    FIRST STEPS PREISVERLEIHUNG 2017

    von Ulrike Schirm

    „Heute ist der Tag, an dem die jungen Filmemacher ihre Arbeit endlich mit uns teilen können“.

    Die Freude der Gewinner zeigte sich in den Dankesreden der noch ungeübten Filmemachern auf ganz besonders berührende Weise. Weit entfernt von den routinierten Ausführungen der „Alten Hasen“.

    Die beiden Moderatoren, Aylin Tezel und Jerry Hoffmann eröffneten die Veranstaltung mit einer schmissigen Tanzeinlage und führten mit einer gekonnt lässigen Moderation durch das Programm, wie man es schon lange nicht mehr erlebt hat. Chapeau! Iris Berben hielt in ihrer Eröffnungsrede ein Plädoyer für die Künstlerische Freiheit und die damit verbundene Pressefreiheit in unserem Land, eine Errungenschaft, die man in die ganze Welt hinausposaunen sollte. Neu in diesem Jahr, ein Preis für das Beste Drehbuch und der  Götz – George – Nachwuchs – Preis, vorgestellt von seiner Frau Marika. Längst überfällig, die Stiftung, die Georges Frau im Sinne ihres verstorbenen Mannes gegründet hat, älteren Schauspielern, deren Rollenangebote auf Grund ihres Alters ausbleiben, finanziell zu unterstützen und ihnen bei der Möglichkeit verschiedener Auftrittsmöglichkeiten behilflich zu sein. Auch hier: Chapeau!

    Eine Vertreterin der Mediengruppe Pro7/Sat 1 lud die jungen Filmemacher zu einer Masterclass ein, allerdings mit der Auflage, Filme für ein Millionenpublikum zu realisieren und damit die 20:15 Zuschauer zu versorgen. Für mich eine etwas strittige Forderung. Sherry Hormann, Regisseurin und Witwe von Michael Ballhaus richtete sich mit den besonderen Worten an die Jungregisseure/innen, keine Abbilder zu liefern sondern Bilder. “Werdet Liebende und nicht Techniker. Schaut den Schauspielern ins Gesicht und schaut, ob sie Schutz brauchen“. Wunderschöne Worte, die man so bisher noch nicht gehört hat.

    Alle Ausschnitte der eingereichten Filme waren so beeindruckend, dass man sie alle unbedingt in voller Länge sehen möchte. Ganz besonders hat mich gefreut, dass der Preis der Abendfüllenden Spielfilme von der Jury an den Film "DIE BESTE ALLER WELTEN" ging. Ein Film, der zutiefst berührt, bei dem wirklich alles stimmt, bewegend und wichtig. Regisseur Adrian Goiginger hat erstaunlich viel Empathie für seine Figuren entwickelt und stellt bei dem heiklen Thema seine Protagonisten in keinster Weise bloß. Der Film kommt am 28.09.2017 ins Kino und ich kann ihn nur jedem wärmstens empfehlen. Insgesamt war es wieder eine gelungene Veranstaltung und man kann den jungen Filmemachern nur ganz viel Glück auf dem Weg in ihre künstlerische Zukunft wünschen. Übrigens bekam den Ehrenpreis Casting Direktorin Nina Haun. Schauspieler wie Hannah Herzsprung oder Lars Eidinger verdanken ihr den Durchbruch auf der Leinwand.

    "Final Stage" von Nicolaas Schmidt

    Gewinner mittellanger Film bei den »First Steps Awards«

    Hier der Trailer:

    Elisabeths Filmkritik:

    Die Welt brennt in Farben, Rot und Blau und Grün und Gelb. Blau hüllt uns ein, kühl und stolz. Ja, es fängt mit Blau an. Flackert in allen Farben, wird zu einem Stroboskopgewitter, die Sinne werden verwirrt, bevor der Zuschauer weiß, wie ihm geschieht. Dabei handelt es sich um nichts geringeres als um eine zeitgenössische Liebesgeschichte. Wer kann da der Form widersprechen? Mit einer Hommage-Sequenz an Roy Anderssons “Eine schwedische Liebesgeschichte” (“En kärlekshistoria”, 1970) kann “Final Stage” auch aufwarten. Hier sind es Ray (Aaron Hilmer) und Pär (Fynn Grossmann), die durch die bunte Welt der Farben sich erst in der Abenddämmerung umschlungen halten können.

    Ein kalter Blick fällt auf Architektur. Groß und protzig und ganz und gar farblos. Grau in Grau mit seinem Parkdeck und den Treppen und Auffahrten. Es braucht schon eine Werbewand, um den Kunden zu locken. Der Junge, ein Teen von vielleicht 17 Jahren, schaut von einer Fußgängerbrücke hinunter zu der Haltestelle, wo ein anderer Junge nur kurz zu ihm hochblickt, sich die Strähne hinters Ohr schiebt und in den Bus einsteigt. Tränen kullern dem Zurückgebliebenen über das Gesicht. Liebe kann so weh tun, Liebe kann sich ganz grau anfühlen. Und so betäubt sich der, der liebt, mit den schrillen stummen Schreien der Konsumwelt um ihn herum. Er hat für all das kein Auge. In der Mall ist er unter Menschen allein. Und er schreitet die Mall von einem Ende bis zur anderen ab.

    Die Hamburger Meile, das größte Shoppingcenter Europas, mit all den Waren, die es überall gibt. Es braucht eine 12minütige Sequenz, bis er langsam und stetig von links nach rechts läuft. Er zieht uns immer tiefer in seine Trauer hinein. Bis er am anderen Ende wieder heraus kommt. Die Lichter der Läden lässt er hinter sich, der Abend dämmert. Sogar der Mond nimmt ab. Nicolaas Schmidts eigenwilliger Installationsfilm der Hochschule für bildenden Künste Hamburg wagt Pathos irgendwo zwischen Dokumentarfilm und Spielfilm. Er beschränkt sich auf das Beobachten einer Gefühlsregung, hält diese fest, bis sie sich ins scheinbar Unendliche zieht und lässt dann los. Und prompt kommt die Liebe angerannt, über den sonst leeren Platz, hier sind sie nicht mehr allein, allein auf dem leeren Platz irgendwo in der Weite Hamburgs. Dann beherrscht Rot die Leinwand, brennt die Liebe.

    Elisabeth Nagy

    "Final Stage" läuft zu folgenden Terminen:

    10.09. - 23.09.2017 Highball Ausstellung mit Jenny Feldmann, Anna Grath, Hoda Tawakol in Berlin

    29.09. - 01.10.2017: 2. Hamburger Film-In Jubiläum

    04.10. - 08.10.2017 Filmfestival Münster

    17.10. - 22.10.2017 Hamburg International Queer Film Festival

    01.11. - 05.11.2017 Nordische Filmtage Lübeck

    06.11. - 12.11.2017 Duisburger Filmwoche

    14.11. - 19.11.2017 Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest

    15.11. - 19.11.2017 Kurzfilmfestival Köln


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    Der Gewinner des Publikumspreises des 7. Favourites Film Festival Berlin und die Preise des 24. Internationalen Filmfest Oldenburg.

    Vom 20. bis 24. September 2017 fand das Favourites Film Festival zum siebten Mal in Berlin statt. Im City Kino Wedding in der Müllerstraße 74 wurden erneut speziell ausgewählte, aktuelle Dokumentar- und Spielfilme dem Berliner Publikum zur Bewertung gezeigt, die bereits auf Festivals im In- und Ausland einen Publikumspreis gewonnen haben.

    Die Zuschauer zeigten sich vor allem von Philippe van Leeuws aufrüttelnden Spielfilm "Insyriated" tief beeindruckt und bewegt. Der Film zeigt eindrücklich was es heißt, wenn Krieg zum Alltag gehört. Das Publikum drückte dies nicht nur in Form ihrer Stimmzettelbewertungen, sondern auch im ausführlichen Gespräch mit der Hauptdarstellerin des Films, Hiam Abbass, im Anschluss an die Kinovorstellung aus. Hier der Trailer:

    Zur Vorführung waren auch zahlreiche aus Syrien Geflüchtete gekommen, die sich für die Präsentation des Films bedankten und sich rege an der intensiven Diskussion über das Kammerspiel beteiligten. Abbass übersetzte zum Teil aus dem Arabischen, betonte die emotionale Kraft des Kinos als Ort der unmittelbaren Begegnung und hielt ein flammendes Plädoyer für die Menschlichkeit, wofür sie Standing Ovations vom Publikum erhielt.

    In seiner Eindringlichkeit, Aktualität und Unmittelbarkeit entspricht der Publikumsgewinner "Insyriated" dem Wunsch der beiden Festivalkuratorinnen, besondere Filme zu präsentieren, die aktuelle Themen verhandeln, nachdenklich machen und berühren. Insgesamt standen neben einer Favourite Shorts Night acht Filme im Hauptprogramm.

    Link: www.favouritesfilmfestival.de

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    In Oldenburg mischten die Berliner Jungs Kubilay Sarikaya und Sedat Kirtan das deutsche Kino gewaltig auf mit Ihrem Erstling „Familiye“, ein Film um Liebe, Gewalt und Familie, der von Moritz Bleibtreu produziert wurde.

    Vom 13. bis 17. September 2017 fand das 24. Internationale Filmfest Oldenburg statt. Eröffnet wurde es mit dem Berliner Drama „Familiye“, das die über 1500 Zuschauer in der ausverkauften EWE Arena in ihren Bann zog und am Ende des Festivals auch zum Gewinner des Hauptpreises gekürt wurde. Hier der Trailer:

    Synopsis:

    Danyal (Kubilay Sarikaya) wurde soeben aus dem Gefängnis entlassen und muss sich um seine beiden Brüder kümmern, den spielsüchtigen Miko (Arnel Taci) und den mit Down-Syndrom geborenen Muhammed (Muhammed Kirtan). Erzählt wird die Geschichte dreier Brüder im Spannungsfeld zwischen Gewalt, Kriminalität, Liebe und Hoffnung. Ihr Kiez ist Berlins Spandauer Vorstadt, die Casinos und Wettbüros auf der Lynarstraße – ein Film im Berliner Migrantenmilieu von der Härte der Straße und der Wärme von Familie.

    Nicht Blockbuster- und Mainstreamproduktionen sondern ambitionierte und risikofreudige Independent-Filme machten das als „deutsches Sundance“ gepriesene Internationale Filmfest Oldenburg auch in diesem Jahr wieder nicht nur zu einem kreativen und lebendigen Ort für alle anwesenden Filmschaffenden, sondern zum Zentrum für junges, aufstrebendes Kino.

    Bei der Filmfest-Gala im Oldenburger Staatstheater wurde den beiden Ehrengästen, Lou Diamond Phillips und Edward R. Pressman, der German Independence Honorary Award verliehen.

    Die Kurzfilmjury, bestehend aus Produzentin Martina Valentina Baumgartner, Schauspieler Nic Romm und Regisseur Benjamin Teske, vergab den German Independence Award für den Besten Kurzfilm an Thierry Besselings und Loic Tansons „Sur le Fil“. Eine lobende Erwähnung fand die Kurzfilmjury des Filmfest Oldenburg zudem für Philipp Andonies „Vand“.

    Der Seymour Cassel Award für die beste Darstellerin ging in diesem Jahr an Lindsay Burdge für die Hauptrolle in „Thirst Street“ von Nathan Silver. Hier der Trailer:

    Zum besten Darsteller wurde Gregory Kasyan gekürt für seine Leistung in dem Debüt „Quest“ von Santiago Rizzo, in dem der diesjährige Tribute-Ehrengast Lou Diamond Phillips ebenfalls eine tragende Rolle übernahm. Hier der Trailer:

    Das Advisory Board ehrte zudem den Film „Blind & Hässlich“ von Tom Lass mit einer Special Mention und lobt dabei besonders die „starke Performance des Ensembles“. Hier der Trailer:

    DIE PREISE IM ÜBERBLICK

    German Independence Award – Bester Film

    "FAMILIYE" von Kubilay Sarikaya und Sedat Kirtan

    Seymour Cassel Award –

    Beste Darstellerin: Lindsay Burdge in „Thirst Street“

    Bester Darsteller: Gregory Kasyan in „Quest“

    Lobende Erwähnung:

    "BLIND & HÄSSLICH" von Tom Lass – Film und gesamtes Ensemble

    German Independence Award – Bester Kurzfilm:

    "SUR LE FIL" von Thierry Besseling und Loic Tanson

    Lobende Erwähnung:

    "VAND" von Philipp Andonie

    Link: www.filmfest-oldenburg.de


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    Bis Sonntag zeigte der 22. SCHLINGEL die besten Kinderfilm-Streifen des Jahres im sächsischen Chemnitz.

    Währenddessen wurden im sächsischen Leipzig im Rahmen der 17. Filmkunstmesse die Gilde-Preise vergeben.

    Filme aus Spanien, Frankreich und Großbritannien haben am Samstagabend, den 30. September 2017 die Hauptpreise auf dem Internationalen Kinder- und Jugendfilmfestival »SCHLINGEL« in Chemnitz gewonnen. Zu sehen waren 159 Produktionen aus 51 Ländern.

    Das Festival, das seit 1996 nicht nur die besten Streifen des Jahres für Kinder und junges Publikum präsentiert, sondern auch als Deutschlands umfangreichste Plattform dieses Genres gilt, fand vom 25. September - 1. Oktober 2017 zum 22. Mal statt. Zum Abschluss am Sonntag wurden noch einmal einige Preisträger gezeigt.

    Der spanischen Streifen "Zip Zap und die Kapitänsinsel" von Oskar Santos erhielt den mit 12.500 Euro dotierten Europäischen Kinderfilmpreis des Wettbewerbs. 18 Kinder der europäischen Kinderjury aus neun verschiedenen Nationen wählten den Film als Sieger aus. Hier der Trailer:

    Begründung der Jury:

    "Der diesjährige Preis geht an einen Film, der uns von Beginn an magisch anzog und verzauberte. Gemeinsam tauchten wir ein in eine andere Welt, die voller außergewöhnlicher Abenteuer steckte und uns mit unerwarteten Wendungen immer wieder überraschte. Gleichzeitig vermittelte der Film, wie wichtig Freundschaften und Familie sind."

    Synopsis:

    Die Actionkomödie ist die Fortsetzung des preisgekrönten Films "Zip & Zap and the Marble Gang" aus dem Jahre 2013, um die beiden frechen Jungs Zip und Zap, die von ihren Eltern auf einer entlegenen Insel in einem prunkvollen Landsitz zurückgelassen werden. Unter der Obhut einer freundlichen Dame erwartet sie in dem Kinderheim ein Leben ohne Regeln, Grenzen und Eltern. Scheinbar ein Paradies für Kinder, das aber geheimnisvolle Abenteuer verbirgt. Der erste Teil steht bei Netflix zum kostenpflichtigen Download bereit.

    Der mit 10.000 Euro dotierte Hauptpreis der Sächsischen Landesmedienanstalt sowie der undotierte Preis der Jugendjury ging an "Just Charly - Einfach Charlie" von Rebekah Fortune aus Großbritannien. Hier der Trailer:

    Begründung der Fachjury Spielfilm International:

    "Dieser Film überzeugt mit einer emotional bewegenden Geschichte, die es schafft realistisch darzustellen, wie es sich anfühlt, wenn man als 13-jähriger Junge erkennen muss, bisher im falschen Körper gelebt zu haben und der es schafft, zu seinem neuen, alten „Ich“ zu stehen, auch wenn seine Familie und seine Freunde zunächst kein Verständnis dafür aufbringen können. Großartig, wie der Darsteller des Charlie, Harry Gilby, den Zuschauer Schritt für Schritt in sein neues Leben mitnimmt und seinen Wunsch, endlich als Mädchen leben zu können, nachvollziehbar macht. Tragik und Komik sind eng beieinander und lassen den Zuschauer ein emotionales Wechselbad der Gefühle erleben. Eine starke Geschichte, großes Kino, hervorragende Darsteller, ein Film, dem wir eine große Kinokarriere wünschen!"

    "Le Petit Spirou - Kleiner Schlingel Spirou" von Nicolas Bary aus Frankreich erhielt den Preis der Stadt Chemnitz und eine lobende Erwähnung der Kinderjury. Hier der Trailer:

    Begründung der Fachjury Spielfilm International:

    "Was für eine fantastische Geschichte! Der Regisseur des Films zeigt auf fabelhafte Art und Weise einige Wochen im Leben eines 12-jährigen Jungen. Seine Zukunft scheint vorherbestimmt zu sein, doch dank seiner Freunde und eines großartigen Großvaters kann er diese beeinflussen. Auch die ausgezeichneten Schauspieler machen die Story zu einem tollen Film für die ganze Familie." 

    Der Sonderpreis des MDR ging an den französischen Film "HERZ ÜBER KOPF – DIE MELODIE IHRES LEBENS" aus dem Jahre 2016 von Michel Boujenah um die zwölfjährige Marie, einer überaus talentierten Cellistin, die an einer degenerativen Augenerkrankung leidet, wegen der sie nach und nach ihr Augenlicht verliert. Hier der Trailer:

     

    Begründung der Fachjury Spielfilm International:

    "Ein Film mit großer Seele, Humor und vielen kleinen Geheimnissen. Volltreffer für die Feinfühligkeit und Umsetzung der Buchvorlage. Hinreißende Darsteller, die mit unglaublicher Freude am Spiel agieren. Die Dialoge besitzen zudem unglaublich viel Esprit. Es sind die wunderbaren Momente, die uns zeigen, woher Kinder die Kraft, Energie und Fantasie nehmen, niemals aufgeben, ihre Träume zu erfüllen. Der Film ist ein Plädoyer an die erste zarte Liebe und die Magie der Musik."

    Insgesamt vergaben 11 Jurys 19 Preise im Gesamtwert von 64.000 Euro.

    Nachfolgend weitere Preise in Kurzform:

    • Der Preis für den besten Kinderdarsteller ging an JULIAN RAS für seine Leistung in "Hotel the Big L" von Ineke Houtman (Niederlande, Deutschland, 2017).

    • Der mit 1000 Euro dotierte Filmpreis der Jugendjury im Jugendfilmwettbewerb ging an "EIN MEER AUS SALZ UND BLÜTEN" von Chang aus Südkorea (2016).

    • Der mit 4.000 Euro dotierte Förderpreis der DEFA-Stiftung ging an "AXOLOTL OVERKILL" von Helene Hegemann (Deutschland 2017).

    • Der Jugend- und Kinderfilmpreis des Goethe-Instituts ging an "TIMM THALER ODER DAS VERKAUFTE LACHEN" von Andreas Dresen (Deutschland 2016).

    • Der mit 1.000 Euro dotierte Animationsfilmpreis des Deutschen Instituts für Animationsfilm DIAF ging an "DER SCHLAUE URFIN UND SEINE HOLZSOLDATEN" von Fjdor Dmitriew, Darina Schmidt, Wladimir Toroptschin (Russland 2017).

    • Der Preis der Europäischen Kinderfilmvereinigung ECFA ging an "AMELIE RENNT" von Tobias Wiemann (Deutschland, Italien, 2017).

    • Der Preis der FIPRESCI-Jury ging an "FARBEN DER UNSCHULD" von Manas Mukul Pal (Indien 2016).

    • Der Preis der Ökumenischen Jury ging an "AUF RÄDERN" von Mauro D’Addio (Brasilien 2017).

    Im letzten Jahr besuchten 21.000 kleine wie große Filmfans, Fachbesucher, internationale Gäste, Schauspieler, Filmemacher und Produzenten in den CineStar der Galerie Roter Turm das Festival. Aufbauend auf diesem Erfolg brachte die Volksbank Chemnitz eG das Event diesmal auch für drei Tage nach Zwickau. Eine gute Entscheidung, denn diesmal wurde mit 24.000 Zuschauern ein neuer Besucherrekord erzielt.

    Die meisten der beim SCHLINGEL gezeigten internationalen Streifen liefen zum ersten Mal auf einer deutschen Leinwand und feierten damit ihre Deutsche Premiere.

    Link: ff-schlingel.de

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    Ebenfalls in Sachsen fand parallel zum »SCHLINGEL« in Leipzig die 17.Filmkunstmesse vom 25.-29. September 2017 statt. Hier der Trailer:

    Schon am Donnerstag, den 28. September 2017 wurden im Rahmen der 17.Filmkunstmesse bei einer glanzvollen Gala die Gilde Filmkunstpreise 2017 im Kunstkraftwerk Leipzig verliehen. Der Gilde-Filmpreis wird seit 40 Jahren von einer Jury aus Kinobetreibern an die besten Arthouse-Filme des Vorjahres vergeben. Ausgezeichnet wird neben dem Regisseur/der Regisseurin des Films auch der verantwortliche Verleih.

    Hier die Preisträger 2017:

    Bester Film (national):

    DIE BLUMEN VON GESTERN von Chris Kraus (im Verleih von Piffl Medien)

    Bester Film (international):

    THE SQUARE von Ruben Östlund (im Verleih von Alamode Film)

    Bester Dokumentarfilm:

    BEUYS von Andres Veiel (im Verleih von Piffl Medien)

    Bester Kinderfilm:

    AMELIE RENNT von Tobias Wiemann (im Verleih von Farbfilm)

    Auszeichnung als „Kinophänomen des Jahres“:

    WEIT – DIE GESCHICHTE VON EINEM WEG UM DIE WELT von Patrick Allgaier und Gwendolin Weisser (im Vertrieb von Die Filmagentinnen)

    Ehrenpreis:

    ADRIAN KUTTER

    Preis der Jugendjury:

    Der Preis der Jugendjury in Höhe von 2.000,00€ geht in diesem Jahr an WHAT WILL PEOPLE SAY von Iram Haq (im Verleih von Pandora)

    Publikumspreis:

    Der Publikumspreis in Höhe von 2.000,00€, gestiftet von ARRI Media geht in diesem Jahr an HANNA, EIN BUDDHISTISCHER WEG ZUR FREIHEIT von Marta György Kessler (im Verleih von W-Film).

    Im 40. Jahr der Gilde Filmpreise nahm Regisseur Chris Kraus den Preis für "DIE BLUMEN VON GESTERN" gemeinsam mit seinem Produzenten Danny Krausz entgegen. Ruben Östlund, der diesjährige Gewinner der Goldenen Palme der Filmfestspiele in Cannes, schickte Video-Grüße aus New York und bedankte sich für den Preis für "THE SQUARE". Regisseur Tobias Wiemann kam gemeinsam mit Autorin Natja Brunckhorst, um den Preis für "AMELIE RENNT" entgegen zu nehmen.

    Besonderer Höhepunkt war die Verleihung des Ehrenpreises an Adrian Kutter. Er hatte den Gilde Filmpreis 1977 ins Leben gerufen, der seither an viele große Regisseure wie Wim Wenders, Edgar Reitz, Volker Schlöndorff, Margarethe von Trotta, Christian Petzold oder zuletzt Maren Ade ging.

    Die GILDE-FILMPREISE werden von der AG Kino – Gilde, dem Verbund von über 300 unabhängigen Filmkunst- und Programmkinos aus ganz Deutschland, für Filme vergeben, die sowohl künstlerisch herausragend sind, als auch in den Arthouse-Kinos erfolgreich gelaufen sind.

    Link: www.agkino.de

    Hinweis: Wir hatten die Filmkunstpreise der AG Kino - Gilde für eine paar Stunden schon gestern Nachmittag als Nachtrag eingefügt, jedoch am Abend wieder entfernt, um heute noch einmal für alle Leser darauf eingehen zu können.


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    Nuremberg International Human Rights Film Festival.

    Vom 27. September bis zum 4. Oktober 2017 fand die 10. Ausgabe des Internationalen Filmfestivals der Menschenrechte in Nürnberg statt. Das Nuremberg International Human Rights Film Festival (NIHRFF) ist Deutschlands größtes und ältestes Filmfestival zum Thema Menschenrechte. Seit 1999 präsentiert es alle zwei Jahre engagierte internationale Filmkunst.

    Eröffnet wurde es von keinem geringeren als dem 80-jährigen Weltstar und Oscargewinnerin Vanessa Redgrave. Für dieses Jubiläum brachte Redgrave ihre erste Regiearbeit "SEA SORROW" mit, die in der Tafelhalle seine Deutschlandpremiere feierte. Hier der Trailer:

    Synopsis:

    Vanessa Redgrave blickt in ihrem Regiedebüt auf den historischen Kontext der Flüchtlingskrise. Sie liefert einen Rahmen, den sie dokumentarisch und mit gespielten Szenen um das Schicksal von Geflüchteten mit den großartigen Schauspielern Ralph Fiennes und Emma Thompson aufbaut. In der Film-Collage "Sea Sorrow" verbindet die Britin ihre eigene Fluchtgeschichte mit der Situation von Flüchtlingen heute. Sie selbst war als Kind wegen der deutschen Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg von London aufs Land geschickt worden. Der Film wurde als Spezialscreening in Cannes gezeigt.

    Insgesamt wurden während des einwöchigen Festivals rund 60 Filme gezeigt. Am vorletzten Tag des Festivals wurden die drei Preisträger gekürt, die von einer internationalen Jury, dem Publikum und der Open Eyes-Jugendjury vergeben wurden. Neben seinem symbolischen Wert soll das Preisgeld dazu beitragen, dass weiterhin solche Filme entstehen. Die drei Preisträger wurden noch einmal am letzten Tag des Festivals gezeigt.

    1. Preis:

    Der Internationale Nürnberger Filmpreis der Menschenrechte, dotiert mit 2.500 Euro, ging an "Ta’ang" von Wang Bing (Honkong, Frankreich, 2016). Hier der Trailer:

    Synopsis:

    Wang Bing, der grandiose Meister der Beobachtung und stets aufseiten der Unterdrückten und Verfolgten, nimmt sich der Volksgruppe der Ta’ang auf ihrem langsamen, unfreiwilligen Weg vom bürgerkriegszerrissenen Myanmar nach China an. Während bei uns jede Fluchtbewegung nach Europa als Bedrohung diskutiert wird, werden ähnliche Zwangsmassenwanderungen in Asien von uns medial kaum wahr genommen. Die Doku feiert ihre Premiere 2016 im Forum der Berlinale.

    2. Preis:

    Der Publikumspreis, dotiert mit 1.000 Euro, ging an "The War Show" von Obaidah Zytoon und Andreas Dalsgaard (Dänemark, Finnland, Syrien, 2016). Die Doku wurde zuerst auf dem IDFA Independent Film Festival in den Niederlanden vorgestellt. Hier der Trailer:

    Synopsis:

    The War Show ist eine persönliche Chronologie der Filmemacher und zugleich eine Innenansicht über einen unübersichtlichen Konflikt, der 2011 mit einer friedlichen Revolution in Syrien beginnt, bis die Situation nach und nach eskaliert und Freunde verschwinden oder ermordet werden.

    3. Preis:

    Der Preis der Open-Eyes-Jugendjury, vergeben von einer Jury aus Schülerinnen und Schülern ging an "Dil Leyla" von Asli Özarslan (Deutschland, 2016), einem Film, der sich am besten für die Menschenrechtsbildung an Schulen eignet. Die Doku lief zuerst beim IDFA in den Niederlanden, dem größten International Documentary Filmfestival der Welt, in der Sektion Students. Hier der Trailer:

    Synopsis:

    Leyla, eine junge Frau aus Deutschland mit kurdischen Wurzeln, kehrt nach über 20 Jahren in ihre Heimat zurück und wird im politischen Tauwetter mit 26 Jahren die jüngste Bürgermeisterin der Türkei. Doch dann stehen die Parlamentswahlen in der Türkei an wodurch ihre Heimatstadt Cizre in den Fokus des türkischen Militärs gerät und Leyla wieder von ihren Kindheitserinnerungen eingeholt wird.

    Link: www.nihrff.de


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    Zahlreiche Filmhighlights standen auch am vorletzten Festivaltag auf dem Programm. - Der Hauptgewinn ging nach Singapur an "Pop Eye".

    Vom 28. September bis zum heutigen 8. Oktober 2017 findet Zürichs 13. Filmfestival statt, das zum Teil eng mit dem A-Film Festival in San Sebastián kooperierte und im Programm einige Filme miteinander austauschte.

    Gestern Abend kam der Tag der Entscheidung: An der Award-Night im Opernhaus Zürich wurden die Siegerfilme jeder Kategorie verkündet und die Goldenen Augen feierlich vergeben. Sämtliche Jurymitglieder, die Filmemacher sowie zahlreiche weitere Gäste fanden sich ab 18.30 Uhr auf dem neu verlegten grünen und nicht blutroten Teppich vor dem Opernhaus ein.

    Auch gestern bot das Zurich Film Festival (ZFF) im Kino Corso am Rande der Altstadt neben dem Globus Kaufhaus, direkt am Sechseläutenplatz mit Blick auf den Zürichsee, noch einmal ein dichtgedrängtes Filmprogramm, das dazu einlud, manche bisher verpasste Perle doch noch zu sehen. Gekommen war u.a. Palme d’or Gewinner Ruben Östlund zur Präsentation seiner furiosen Satire "THE SQUARE" , die ein Höhepunkt der Abschlusszeremonie war. Auch der Rumäne Bogdan Dumitrache, der wenige Tage zuvor in San Sebastián als Bester Schauspieler ausgezeichnet worden war, stellte gestern das Psychodrama "POROROCA" persönlich vor.

    Mit über 90.000 Besuchern und zahlreich neuen Regietalenten aus der ganzen Welt liegt der Fokus des ZFF jedoch insbesondere auf der Entdeckung neuer Talente aus dem deutschsprachigen Raum. In den drei Wettbewerbskategorien waren jeweils erste, zweite und dritte Regiearbeiten zugelassen.

    Die Hauptjurys der drei Wettbewerbe des 13. Zurich Film Festival vergaben ihre Goldenen Augen an "POP AYE" von Kirsten Tan aus Singapur in der Sektion Internationaler Spielfilm. Hier der Trailer:

    Synopsis:

    Vor kurzem noch einer der angesehensten Architekten Bangkoks, scheint Thanas Zeit nun vorbei: Sein einstiger Prestigebau steht vor dem Abriss, auf der Arbeit wird er durch Jüngere ersetzt und auch seine Frau zeigt kein Interesse mehr. Als er eines Tages auf der Straße unverhofft sein Kindheits-„Haustier“, den Elefanten Pop Aye, zu erblicken glaubt, fasst Thana einen Plan: Er kauft den Elefanten kurzerhand zurück und macht sich bald mit ihm auf den Weg in sein Heimatdorf – weg vom Stress und Konkurrenzdruck der Metropole. Der Beginn einer abenteuerlichen Reise entlang einer Land­straße, die dem einsamen Mann und seinem gigantischen Begleiter Begegnungen mit einer bunten Palette von Außenseitern und zwei überbürokratischen Polizisten bringt.

    "MACHINES" von Rahul Jain aus Indien erhielt das Goldene Auge in der Sektion Internationaler Dokumentarfilm. Hier der Trailer:

    Synopsis:

    Es dröhnt und rattert, knirscht und zischt, raucht und plätschert. Wir schweben durch die Gänge einer gigantischen Textilfabrik im indischen Bundesstaat Gujarat, wo die Maschinen 7 Tage die Woche 24 Stunden laufen. Tageslicht dringt kaum in diesen ganz eigenen Kosmos. Hier arbeiten Menschen: In 12-Stunden-Schich­ten gehen sie fleissig und vif, übermüdet und benommen oder stoisch ihrer Arbeit nach. Der Lohn reicht knapp zum Überleben – oder auch nicht. In atemberaubenden Bildern liefert Filmemacher Rahul Jain die genauso viszerale wie schockierende Bestandesaufnahme einer Textilindustrie, die es sich leisten kann, den Faktor Mensch zu vernachlässigen. Prägnante Statements der Fabrikarbeiter ergänzen den Eindruck.

    In der Sektion Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich wurde Lisa Brühlmann aus der Schweiz das Goldene Auge verliehen für ihren Film "BLUE MY MIND". Hier der Trailer:

    Synopsis:

    Mia kann es kaum glauben, aber es scheint, dass ihre Zehen langsam, aber sicher zusammenwachsen. Kürzlich ist die Teenagerin mit ihren Eltern in eine betonkalte Siedlung nach Zürich umgezogen. Von denen fühlt sich Mia allerdings sowieso Galaxien entfernt – und schaut sich in der neuen Klasse sogleich nach genau jenen Freundinnen um, die am meisten Abenteuer und Ausbruch versprechen. Ob Würgespiele, Sex oder Drogen – Mia scheut keine Mutprobe, um ihren immensen Drang nach Zugehörigkeit zum Ausdruck zu bringen. Es öffnet sich eine genauso aufregende wie angsteinflößende neue Welt. Als wäre sie den gewaltigen Wellen eines Ozeans ausgesetzt, steht Mia vor einem überwältigenden Umbruch, der ihre ganze Existenz infrage stellt.

    Die Preise in den beiden Internationalen Wettbewerben sind mit je 25'000 Franken, der Preis im Wettbewerb Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich ist mit 20'000 Franken dotiert. Die meisten der Gewinnerfilme sind am Sonntag ein letztes Mal zu sehen.

    Besondere Erwähnungen der Jury gingen im Wettbewerb Internationaler Spielfilm an zwei Filme. Zum einen an: "JUSQU’À LA GARDE" von Xavier Legrand (Frankreich). Hier der Trailer:

    Synopsis:

    Kurz nach ihrer Scheidung haben sich Miriam und Antoine Besson nichts mehr zu sagen – was noch geklärt werden muss, übernehmen die Anwälte. Zwischen ihnen stehen die leidtragenden Kinder: die volljährige Joséphine und ihr jüngerer Bruder Julien. Bei der Verhandlung im Familiengericht erhalten die Eltern das gemeinsame Sorgerecht für ihren Sohn – ein herber Rückschlag für Miriam, die ihren Ex-Mann für unkontrollierbar und gefährlich hält. Besonders schwierig ist die Situation für Julien: Er ist nun gezwungen, zwischen der emotionalen Welt seiner geliebten Mutter und jener entgegengesetzten seines undurchsichtigen Vaters hin und her zu navigieren. In einer zunehmend eskalierenden Lage versucht der Junge alles, um das Schlimmste zu verhindern.

    Frisch von den 74. Filmfestspielen in Venedig kam "UNDIR TRÉNU / UNDER THE TREE" von Hafsteinn Gunnar Sigurdsson (Polen, Island, Dänemark, Deutschland), der die zweite besondere Erwähnung der Jury erhielt. Hier der Trailer:

    Synopsis:

    Im Garten von Atlis Eltern steht ein riesiger Baum, der die Sonnenstrahlen auf Nachbars Terrasse geradezu verschlingt. Doch die Bitte der Schattengeplagten, sich um das Ungetüm zu kümmern, verhallt in den tiefen Gräben, die sich zwischen den beiden Familien gebildet haben. Atli, der wegen des Betrugs an seiner Frau temporär im Elternhaus Zuflucht suchen muss, hat derweil gewiss andere Probleme: Seine verzweifelten Versuche, Kontakt zu seiner Frau und der gemeinsamen Tochter aufzunehmen, werden in deren Umfeld als Bedrohung wahrgenommen. Just als er sich mit seinen Handlungen mehr und mehr ins gesellschaftliche Abseits manövriert, gewinnt auch der Nachbarschaftsstreit durch verschwundene Haustiere, aufgeschlitzte Reifen und installierte Kameras an Dynamik.

    Besondere Erwähnungen der Jury gingen im Wettbewerb Internationaler Dokumentarfilm an: "DIE GENTRIFIZIERUNG BIN ICH. BEICHTE EINES FINSTERLINGS" von Thomas Haemmerli (Schweiz) und "AL OTRO LADO DEL MURO" von Pau Ortiz (Spanien, Mexiko).

    Der Förderpreis an den besten Schweizer Film im ganzen Programm ging an "AVANT LA FIN DE L'ÉTÉ" / BEFORE SUMMER ENDS von Maryam Goormaghtigh (Schweiz, Frankreich). Hier der Trailer:

    Synopsis:

    Nach fünf Jahren Studium in Paris hat Arash die Nase voll von Frankreich. Der sensible Iraner hat das Gefühl, hier nicht glücklich zu werden, und überhaupt sind die Franzosen ganz anders – findet er. In der Hoffnung, dass er doch bleibt, überreden ihn seine Freunde Hossein und Ashkan, noch eine letzte gemeinsame Reise zu machen. Und so brechen die drei ungleichen Freunde schon bald mit vollgepacktem Auto in den südfranzösischen Sommer auf. Campingplätze, Bier auf Straßenfesten, frische Meeresluft. Und eines Tages lernen sie die Musikerinnen Charlotte und Michèle kennen … Ob Arash dennoch nach Iran zurück will?

    Eine Besondere Erwähnung der Jury ging beim Förderpreis an: "TIERE" von Greg Zglinski (Schweiz, Österreich, Polen), der auch im Forum der letzten 67.Berlinale gezeigt worden war.

    Die Filmkritiker vom Schweizerischen Verband der Filmjournalistinnen und Filmjournalisten (SVFJ) vergaben den Preis für den besten Erstlings-Spielfilm an "BLUE MY MIND" von Lisa Brühlmann (Schweiz), der, wie oben bereits erwähnt, auch den Jury Preis in der Sektion »Fokus Schweiz« gewonnen hat sowie den erstmals vergebenen Preis der Zürcher Kirchen erhielt.

    Der Publikumspreis an einen Film in einem der drei Wettbewerbe, den die Zuschauer und Zuschauerinnen bestimmen konnten, ging an "A RIVER BELOW" von Mark Grieco (Kolumbien, USA).

    Die Kinderjury vergab ihren Preis an "UPP I DET BLÅ / UP IN THE SKY" von Petter Lennstrand (Schweden), während der Publikumspreis Kinderfilme an "DIE HÄSCHENSCHULE - JAGD NACH DEM GOLDENEN EI" von Ute von Münchow-Pohl (Deutschland) ging. Letzterer lief ebenfalls zuerst im Generation Programm der 67.Berlinale 2017. Hier der Trailer und eine ausführliche Rezension von der Berlinale-Vorführung als Nachtrag:

    Elisabeth Filmkritik:

    Es gibt einfach nicht genug Kinderfilme im deutschen Kino. Darum ist man für jeden neuen Film dankbar. Ute von Münchow-Pohl hat an vielen Animationsfilmen mitgearbeitet. Bei den beiden “Rabe Socke”-Filmen führte sie Regie und auch “Lauras Stern und die Traummonster” stammen aus ihrer Feder. Nun also “Die Häschenschule”, mit der Generationen von Kindern aufgewachsen sind. Albert Sixtus’ veröffentlichte sein Werk Mitte der 20er, eine neue Adaption sollte eine neue Kinderschar erreichen.

    Max ist hier kein Störenfried. Max lebt unter der Straße in einem liebevoll chaotischen Loch unter einem Gulli, mit einer ollen Lavalampe und einem Windspiel aus alten CDs. Er hängt mit seinen Freunden im Park ab, möchte aber viel lieber zu der Gang der coolen Wahnsinns-Hasen. Keine Bange, das Schicksal meint es gut mit ihm und wird das zu verhindern wissen. Am Ende ist Max ein angepasster braver Osterhase. Oder kann man das noch anders lesen?

    Für eine Mutprobe muss ein neues Outfit her, die Max und seine Freunde im Supermarkt mitlassen gehen wollen. So ein Diebstahl wäre charakterlich ein absolutes No-Go, also wird er fast erwischt und fliegt ohne Beute aus dem Laden. Dass Max ein gutes Herz hat, wird auch deutlich, als er einem kleinen Mädchen, das just das besagte Buch “Die Häschenschule” im Ranzen hatte und von seinen Freunden ganz unfein aufgezogen wurde, das von den anderen geklaute Buch ihr ohne Umschweife zurückgibt. Das Mädchen, übrigens ganz in Rosa, mit vielen abgestandenen Klischees mag man einfach nicht brechen, möchte auch zur Häschenschule und glaubt ganz fest, dass deren Existenz nicht nur ein Ammenmärchen ist.

    Ausgerechnet Max, der auf einem außer Kontrolle geratenen Flieger sprang, landet mit eben selbigen mitten in der frischen Natur, dort wo sich Hase und Igel gute Nacht sagen. Nein, Igel gibt es weit und breit nicht, dafür Füchse. Die Häschenschule schützt sich mit einem Rosenbusch vor diesen Feinden. So wird diese Schule mit einer Erzählung der Mutter Oberin eingeführt und die kleinen und großen Zuschauer*Innen lernen, wie es dazu kam, dass die Osterhasen mit dem Verteilen der Ostereier beauftragt wurden. Die Animation lebt von einem hellen Grün, freundlichen Farben und großen Flächen. Diese Einleitung ist dabei wie ein Film in einem Film, ein fantasievolles Scherenschnittspiel.

    Der erste Eindruck wird herbe zurechtgestutzt. Wo ist Max da bloß gelandet? In der Häschenschule gibt es feste Regeln und Ordnung. Da stutzt man nicht nur in der Aufteilung von Hasenjungen und Hasenmädchen, spätestens wenn es heißt “bevor wir reden, Pfötchen heben”, schaudert man. Aufgestanden wird um 6 und eine warme Dusche gibt es beileibe nicht, man wäscht sich abhärtend im kalten Nass und marschiert dann singend durch den Wald. Gab es das nicht schon mal?

    Die Geschichte ist dabei herzlich einfach. Nur die besten Hasen dürfen Ostereier austragen. Ganz “Kung Fu Panda”-mäßig fuchtelt man mit den Armen herum, übt das unsichtbar werden oder das Ei aus Steinen legen. Die Innere Kraft möge mit einem sein. Dass Max darauf keinen Bock hat, versteht sich von selbst. Er wird aber eines besseren belehrt. Korpsgeist, ‘tschuldigung, Kameraderie kommt vor Individualität. Noch dazu gilt es, der Hasenschule zu helfen. Auf ihrem Areal befindet sich das goldene Ei, deren Besitz die Auserwählten kennzeichnet, und genau darum wollen die Füchse dieses Ei stehlen. Ganz konkret ist das eine Fuchsfamilie vor den Toren der Schule, die man täglich durch ein Fernrohr beobachtet, denn bedenke, Überwachung der Feinde ist gut.

    Verschlagen, gierig werden die Fuchsbrüder dargestellt. Ihre Mutter ist kaltherzig und unbarmherzig. Kein bisschen Ambivalenz ist bei den Fuchsfiguren spürbar. Sie sind grob, dumm, und werden nur von dem Trieb ihren Neid zu stillen, und ihre Lust auf Hase im Topf zu befriedigen. Die Spannung sollte sich aus der Jagd und dem Schutz des heiligen Eis herauskristallisieren. Etwas Action, viel Wagemut und Max darf dabei seine Loyalität beweisen. Wäre doch gelacht, wenn aus Max kein strammer Hase werden würde.

    Elisabeth Nagy

    Den Internationalen Filmmusikwettbewerb konnte der italienische Komponist Giuseppe Onofrietti für sich entscheiden.

    Schon am 4. Oktober 2017 erhielt der US-Drehbuchautor Aaron Sorkin den Career Achievement Award und die mit sechs Oscar-Nominierungen geehrte Regisseurin Glenn Close wurde am 1. Oktober 2017 mit dem Golden Icon Award am ZFF geehrt.

    Link: zff.com

    Quelle: Zurich Film Festival


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    Letzten Sonntag endete das Filmfestival Münster mit der Preisverleihung - Filmemacher aus Berlin gewinnt Publikumspreis.

    Nach fünf Festivaltagen und -nächten im Schloßtheater, ausverkauften Vorstellungen und begeisterten Zuschauern, ging am Sonntag, den 8. Oktober 2017, das Filmfestival Münster#17 mit der Preisverleihung zu Ende.

    Auch die Zuschauer engagierten sich kräftig und beteiligten sich mit viel Spaß an den Filmbewertungen der Publikumspreise. Die Vorführungen von knapp achtzig Kurz- und Langfilmen in 45 Vorstellungen führte zu intensiven Diskussionen und spannenden Begegnungen.

    Der Preis für die Beste Regie im Europäischen Spielfilmwettbewerb, dotiert mit 5.000 Euro ging an den isländischen Filmemacher Guðmundur Arnar Guðmundsson für sein Spielfilmdebüt „Heartstone“. Hier der Trailer:

    Angesiedelt in einem abgelegenen Fischerdorf an der rauen Atlantikküste, in einem flirrenden isländischen Sommer, entwickelt der Film ein unter die Haut gehendes Coming-of-Age-Drama. „Heartstone“ ist sein erster Spielfilm, mit dem der 35-jährige bereits den Queer Lion bei den Filmfestspielen in Venedig sowie zahlreiche weitere Festivalpreise gewann.

    „Bis in die kleinste Nebenrolle schafft es der Regisseur Guðmundur Arnar Guðmundsson alle Figuren seines Films zum Strahlen zu bringen. Mit großer Empathie führt er seine jungen Schauspieler zu Höchstleistungen. Seine persönliche und unsentimentale Herangehensweise an das spröde Leben in einem einsamen isländischen Fischerdorf und seine sichere Regieführung machen jede Sekunde des 129 Minuten langen Films sehenswert“, so die Begründung der Jury, bestehend aus Ada Condeescu, Mica Magee und Markus Knüfken.

    Im Kurzfilmwettbewerb mit Beiträgen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden Preise mit einer Gesamtdotierung von 4.000 Euro vergeben.

    Der Große Preis der Filmwerkstatt, dotiert mit 3.000 Euro, ging an „Ruah“ das Kurzfilmdebüt des Schweizer Schauspielers und Regisseurs Flurin Giger. Hier der Teaser:

    Der 18-minütige Kurzfilm entwirft ein apokalyptisches Szenario, ein erbarmungsloses Endzeitdrama in den verschneiten Alpen und überzeugte die Jury „durch eine innovative Verwebung mehrerer Erzählstränge, die erst zum Ende des Films auf unvorhersehbare Weise zusammengeführt werden… Dieses Debüt beweist ausdrücklich bereits eine eigene Formensprache gepaart mit einer beeindruckenden erzählerischen Vision“, so die Jurymitglieder Kristina Scepanski, Matthias Kutschmann und Wanja Mues.

    Eine lobende Erwähnung ging an „Kaputt“ von Volker Schlecht und Alexander Lahl.

    Dem Kurzfilm "Kaputt" gelingt auf Basis von Erinnerungen ehemaliger Inhaftierter des berüchtigten DDR-Frauenzuchthauses Burg Hoheneck „auf herausragende Weise, eine tragische Episode der jüngeren deutschen Vergangenheit in animierten Bildern darzustellen“.

    Mit dem Publikumspreis im Kurzfilmwettbewerb, gestiftet von den Münsterschen Filmtheater-Betrieben und dotiert mit 1.000 Euro, wurde „Obst & Gemüse“ von Duc Ngo Ngoc ausgezeichnet. Die warmherzige Culture-Clash-Komödie lässt in einem Berliner Gemüseladen eine verblüffende deutsch-vietnamesische Freundschaft aufblühen. Der gebürtige Vietnamese Duc Ngo Ngoc lebt in Berlin und schildert mit seinem Film ein Stück eigene Lebensgeschichte. Seit 2015 studiert er Filmregie an der Filmuniversität Babelsberg. Hier der Trailer:

    Der Publikumspreis in der Sektion Westfalen Connection, gestiftet von der Westfalen Initiative und dotiert mit 500 Euro, ging an den Dokumentarfilm „Werner“ von Rainer Bärensprung aus Bielefeld, ein skurriles Biopic über einen Mann, der seinen Weg geht, trotz oder gerade wegen aller Widrigkeiten.

    Erst in zwei Jahren findet wieder das Filmfestival Münster im Schloßtheater statt, aber bereits im September nächsten Jahres wird das ursprünglich aus Berlin stammende ZEBRA Poetry Film Festival wieder die Festivalbesucher ins Schloßtheater Münster locken.

    Link: www.filmfestival-muenster.org/2017


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    Filmplus zeigt alle Wettbewerbsfilme im Rahmen des Kölner Festivals.

    Die diesjährige Ausgabe von Filmplus+ findet vom 13. -16. Oktober 2017 in Köln statt und feiert mit dem Festival bereits zum siebzehnten Mal den Filmschnitt in Köln. Dabei stellt es die Editorinnen und Editoren in den Mittelpunkt und würdigt ihre Arbeit. Insgesamt werden Preise in drei Kategorien verliehen.

    15 Filme gehen bei der 17. Ausgabe von Filmplus, dem Festival für Filmschnitt und Montagekunst, in drei Kategorien in die Wettbewerbe um die Schnitt Preise. Alle Filme werden während des viertägigen Festivals in Köln gezeigt. Im Anschluss an die Vorstellungen sprechen die jeweils nominierten Editor*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Publikumsgespräch über ihre Arbeit.

    Wie üblich ergänzen der jährliche Themenschwerpunkt mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Praxis-Panels sowie eine internationale Sektion das Festival für Filmschnitt und Montagekunst.

    Der diesjährige Themenschwerpunkt widmet sich den kommunikativen Herausforderungen der Montage: In der „Beziehungskiste“ des Schneideraums werden nicht nur langjährige Kreativpartnerschaften geboren und gepflegt, findet kollegialer und kreativer Austausch statt und entwickeln sich sogar inspirierende Gemeinschaften – hier kann es auch schon mal zu heftigen Konflikten kommen. In den Themenpanels widmet sich Filmplus mit Hilfe erfahrener Editor*innen, Produzent*innen und Regisseur*innen der Frage, wie die Kommunikation im Schneideraum in den Schnittprozess einfließt und die Arbeit beeinflusst.

    Beim diesjährigen Werkstattgespräch zum Dokumentarfilm „Taste of Cement“ von Ziad Kalthoum, dessen Vorführung am Montag, 16.10.2017 um 13:30 Uhr im OFF Broadway Kino stattfindet, wird der Fokus erstmals auf Grenzen und Spielräume dokumentarischer Tongestaltung gelenkt. In einem exklusiven Screening noch vor dem Kinostart 2018, wird das außergewöhnliche Sounddesign des Films „Taste of Cement“ beleuchtet. Damit setzt die Berufsvereinigung Filmton (bvft) ihre erfolgreiche Zusammenarbeit mit Filmplus in Köln weiter fort.

    Nach der Vorführung werden Sounddesigner Sebastian Tesch, Mischtonmeister Ansgar Frerich und Filmeditor Alex Bakri die Entstehung der eindrucksvollen Tonspur erklären. Hier der Trailer:

    Synopsis:

    Die Dokumentation Taste of Cement zeigt Syrer, die im Libanon als Bauarbeiter arbeiten, während ihre eigenen Häuser in der syrischen Heimat zerstört werden. Eingeschlossen auf den Baustellen können sie nicht wieder nach Hause.

    Nominierungen für den von der Film- und Medienstiftung NRW mit 7.500 Euro dotierten Filmstiftung NRW

    Schnitt Preis Spielfilm:

    • Gesa Jäger und Adrienne Hudson für "Tiger Girl" (R: Jakob Lass)

    • Stefan Kobe für "Kundschafter des Friedens" (R: Robert Thalheim)

    • Jihyeon Park für "Looping" (R: Leonie Krippendorff)

    • Heike Parplies für "Toni Erdmann" (R: Maren Ade)

    • Maja Stieghorst für "Auf Augenhöhe" (R: Evi Goldbrunner, Joachim Dollhopf)

    Nominierungen für den von der Stiftung Kulturwerk der Verwertungsgesellschaft BILD-KUNST mit 7.500 Euro dotierten

    Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm:

    • Stefanie Kosik-Wartenberg für "Happy" (R: Carolin Genreith)

    • Stephan Krumbiegel und Olaf Voigtländer für "Beuys" (R: Andres Veiel)

    • Ginés Olivares für "Violently Happy" (R: Paola Calvo)

    • Christof Schertenleib für "Safari" (R: Ulrich Seidl)

    • Monika Willi für "Untitled" (R: Michael Glawogger, Monika Willi)

    Nominierungen für den mit 2.500 Euro dotierten und durch das Land NRW und die Deutsche Filmakademie ermöglichten

    Förderpreis Schnitt:

    • Paul Groebel für "Nach dem Fest" (R: Hannes Schilling)

    • Maximilian Merth für "Sara the Dancer" (R: Tim Ellrich)

    • Petja Nedeltscheva für "Make Up" (R: Tarek Roehlinger)

    • Christophe M. Saber für "Punchline" (R: Christophe M. Saber)

    • Tama Tobias-Macht für "El Manguito" (R: Laurentia Genske)

    Inge Schneider erhält den Ehrenpreis Schnitt:

    Wie in den Vorjahren ehrt Filmplus ebenso das Lebenswerk einer herausragenden Editorenpersönlichkeit mit dem Ehrenpreis Schnitt. In diesem Jahr erhält die Filmeditorin Inge Schneider den Ehrenpreis Schnitt. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis wird am 16. Oktober 2017 im Filmforum NRW im Museum Ludwig verliehen.

    Mit dem Preis ehrt Filmplus die "besondere Begabung Inge Schneiders, feinfühlige Charakterporträts zu montieren", so die Pressemitteilung.

    In mehr als 45 Arbeiten hat die in Berlin lebende Editorin viele moderne Klassiker des deutschsprachigen Dokumentarfilms geschaffen, unter anderem Filme wie „Die Spielwütigen“ (2004, Regie: Andres Veiel), „Prinzessinnenbad“ (2007, Regie: Bettina Blümner) oder „Der Glanz von Berlin“ (2001, 85 Min., Regie: Judith Keil, Antje Kruska).

    Inge Schneider, aufgewachsen in der ehemaligen DDR, sammelt gleich nach dem Abitur erste praktische Erfahrungen als Schnittassistentin beim staatlichen Fernsehen, bevor sie ihr Montagestudium an der heutigen Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf abschließt. Von 1986 bis 1994 ist sie als Lehrbeauftragte für Filmschnitt an der dffb in Westberlin tätig und verhilft bereits dort zahlreichen jungen Filmemacher*innen durch ihre herausragende Montage bei deren ersten Lang- und Kurzfilmen zu einem optimalen Start in die Filmkunst. So montiert Inge Schneider einige der ersten Filme von dffb-Alumni Thomas Schadt, des späteren Regie-Professors und Direktors der Filmakademie Baden-Württemberg, und der vielfach ausgezeichneten Regisseurin Heidi Specogna.

    Wie nur wenigen anderen Filmeditor*innen gelingt es Schneider, die großen Geschichten im Kleinen und Alltäglichen zu entdecken und deren besondere Momente in ihrer Montagearbeit herauszustellen. Nie übersieht sie auch bei großen Themen die kleinen Geschichten und macht die Bedeutung scheinbar nebensächlicher Momente durch ihr herausragendes Gespür für Dialoge und Blicke für den Zuschauer greifbar: „Ich arbeite so lange an einem Film, bis ich ihn nicht nur sehe, sondern auch fühle“, so die Editorin über sich selbst.

    Bereits 2004 erhielt Inge Schneider den ersten Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm bei Filmplus für „Die Spielwütigen“. 2007 wurde sie wiederum für „Prinzessinnenbad“ für den Preis nominiert und gewann ihn 2012 erneut für ihre Montage an dem Dokumentarfilm „Raising Resistance“. Der Deutsche Kamerapreis sprach ihr im Jahr 2000 eine Lobende Erwähnung für die Montage an „Nach dem Fall“ aus.

    Die Eröffnung von Filmplus am 13. Oktober 2017 im Kölner Filmforum NRW wird ganz im Zeichen des diesjährigen Ehrenpreises Schnitt stehen: Der Regisseur Andres Veiel wird eine Laudatio auf Inge Schneider halten. Anschließend wird sein Film „Die Spielwütigen“ gezeigt. Im Anschluss wird Hommage-Kurator Werner Busch mit der Ehrenpreisträgerin über die Montage des Films, über ihre Karriere und die Arbeitspraxis sprechen.

    Der Ehrenpreis Schnitt wird in diesem Jahr durch die besondere Unterstützung der Stiftung Kulturwerk der Verwertungsgesellschaft BILD-KUNST ermöglicht.

    Filmplus wird nach dem Ausscheiden der Festivalgründer Nikolaj Nikitin und Oliver Baumgarten im vergangenen Jahr erstmals von der tricollage gUG veranstaltet. GesellschafterInnen sind die Künstlerischen Leiter von Filmplus, Kyra Scheurer und Dietmar Kraus, sowie die organisatorische Leiterin Jenny Krüger, die auch als Geschäftsführerin fungiert.

    Termine:

    Freitag, 13.10.2017 um 20:00 Uhr | Filmforum NRW im Museum Ludwig „Die Spielwütigen“ (D 2004, 108 Min., R: Andres Veiel)

    Montag, 16.10.2017 um 11:00 Uhr | OFF Broadway Kino

    „Der Glanz von Berlin“ (D 2001, 85 Min., R: Antje Kruska, Judith Keil)

    Filmplus – Festival für Filmschnitt und Montagekunst

    tricollage gUG

    Venloer Straße 214

    50823 Köln

    Link: www.filmplus.de

    Quellen: Film & TV Kameramann | Blickpunkt:Film | rische & co pr


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    Doppelerfolg für deutsche Filmschulen bei den Studenten-Oscars: Baden-Württemberg und Hamburg haben gewonnen.

    Die diesjährigen Studenten-Oscars wurden am 12. Oktober 2017 verliehen.

    Bei der Zeremonie im Samuel Goldwyn Theater in Beverly Hills wurden 17 Filmemacher aus den USA und dem Ausland ausgezeichnet. Die Gewinner standen zwar schon vorher fest. Wer jedoch in den insgesamt sieben Kategorien jeweils Gold, Silber und Bronze erhält, wurde erst am späten Abend des 12. Oktober 2017 (Ortszeit Hollywood) bekanntgegeben.

    In der Kategorie bester ausländischer Spielfilm setzte sich Katja Benraths "Watu Wote – All of Us" von der Hamburg Media School bei den Studentenoscars durch und gewann die goldene Medaille. Ihre Mitbewerber kommen aus der Schweiz und den Niederlanden. Insgesamt waren in den Kategorien »Internationale Dokumentation« und »Internationaler Kurz-Spielfilm« 1587 Filme eingereicht worden, von denen 89 von internationalen Lehreinrichtungen kamen. In den vergangenen Jahren konnten sich immer wieder deutsche Produktionen der Filmhochschulen gegen die internationale Konkurrenz durchsetzen.

    Katja Benrath stand neben Jan-Eric Mack mit "Facing Mecca" von der Züricher Universität der Künste und Marit Weerheijm mit "When Grey is a Colour" von der holländischen Filmakademie auf der Gewinnerliste.

    "Watu Wote – All of Us" wurde bereits mit dem Studio Hamburg Nachwuchspreis und dem Nachwuchspreis des Deutschen Kamerapreises ausgezeichnet und war in gleich zwei Kategorien für den First Steps 2017 nominiert, die sie beide am 18.09.2017 gewann. Mit dem Preis für den besten Kurzfilm beim Bermuda International Film Festival qualifizierte sich der Film außerdem für die Einreichung für den Kurzfilm Oscar. Hier der Trailer:

    Synopsis:

    Katja Benraths Abschlussfilm "Watu Wote – All of Us" spielt in Kenia und beruht auf einer wahren Begebenheit: Islamistische Terroristen griffen im Dezember 2015 einen Bus an. Ihr Ziel: Sie wollten alle christlichen Businsassen töten. Muslimische Mitfahrer versuchten, sie vor den Angreifern zu schützen. Das beispiellose Zeugnis der Menschlichkeit ging um die Welt.

    Bei den Dreharbeiten seien immer wieder Dinge schiefgelaufen, erzählt Benrath gegenüber der Deutschen Welle: "Generatoren sind ausgefallen, die Kamera wurde uns gestohlen, der Hauptdarsteller ist in den Knast gekommen – es gab viele Momente, die uns trainiert haben, ruhiger zu bleiben."

    In der Kategorie bester ausländischer Dokumentarfilm hat als einziger Beitrag "Galamsey – Für eine Handvoll Gold" von Johannes Preuss von der Filmakademie Baden-Württemberg gewonnen und setzte sich gegen zwei Produktionen aus Mexiko und Italien durch. Für Johannes Preuss war damit klar: Er wird bei der Verleihung mit einer Goldmedaille von der Bühne gehen. Denn in seiner Kategorie »Internationale Dokumentation« war er der einzige Preisanwärter. Die Studenten-Oscars haben nicht die Form der berühmten Statuette, sondern werden als Medaillen überreicht. Hier der Trailer:

    Synopsis:

    Johannes Preuss' Dokumentarfilm "Galamsey – Für eine Handvoll Gold" spielt auf dem afrikanischen Kontinent und thematisiert illegale Goldgräbergeschäfte in Ghana. "Die zentrale Frage des Films ist es, was es für die Menschen in einem Ort bedeutet, wenn sie auf einem riesigen Goldvorkommen leben", so Preuss im Gespräch mit dem Südwestrundfunk.

    Als Stipendiat im Nachwuchsförderprogramm des Deutschen Entwicklungsdienstes war der 33-Jährige Fernsehjournalismus-Student auch als Berater eines Bürgerradios in Ghana tätig und arbeitete anschließend an Filmen für Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit.

    Die Gewinner werden in Los Angeles eine Woche lang verschiedene Branchenaktivitäten wahrnehmen können.

    Hier alle Gewinner der Student Academy Awards im Überblick:

    Alternative (Domestic Film Schools)

    Gold: “Opera of Cruelty,” Max R. A. Fedore, New York University

    Animation (Domestic Film Schools)

    Gold: “In a Heartbeat,” Beth David and Esteban Bravo, Ringling College of Art and Design

    Silver: “Cradle,” Devon Manney, University of Southern California

    Bronze: “E-delivery,” Young Gul Cho, School of Visual Arts

    Documentary (Domestic Film Schools)

    Gold: “Hale,” Brad Bailey, University of California, Berkeley

    Silver: “On Pointe,” Priscilla Thompson and Joy Jihyun Jeong, Columbia University

    Bronze: “One Way Home,” Qingzi Fan, New York University

    Narrative (Domestic Film Schools)

    Gold: “My Nephew Emmett,” Kevin Wilson, Jr., New York University

    Silver: “Mammoth,” Ariel Heller, University of Southern California

    Bronze: “Who's Who in Mycology,” Marie Dvorakova, New York University

    Narrative (International Film Schools)

    Gold: “Watu Wote,” Katja Benrath, Hamburg Media School

    Silver: “Facing Mecca,” Jan-Eric Mack, Zurich University of the Arts

    Bronze: “When Grey Is a Colour,” Marit Weerheijm, Netherlands Film Academy

    Animation (International Film Schools)

    Gold: “Life Smartphone,” Chenglin Xie, China Central Academy of Fine Arts (China)

    Documentary (International Film Schools)

    Gold: “Galamsey,” Johannes Preuss, Filmakademie Baden-Württemberg (Germany)

    Link: www.oscars.org/saa

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    Marler Medienpreis Menschenrechte.

    Der Marler Medienpreis Menschenrechte (m3) wird in Anlehnung an den Grimme-Preis von der deutschen Sektion von Amnesty International als undotierter Preis an Medienbeiträge vergeben, die „in außergewöhnlicher Weise das Thema Menschenrechte behandeln“. Seit 2012 wird der Preis jährlich abwechselnd Radio- und Fernsehbeiträge vergeben.

    Artur (ATZE) Brauner zusammen mit der Kulturstaatsministerin Monika Grütters auf dem Produzentenfest 2017 (Foto © BAF)
    Der Ehrenpreis des 10. Marler Medienpreis Menschenrechte geht dieses Jahr an Artur Brauner. Der 99-jährige Brauner wurde am Samstag, den 14.10.2017, für seine über 70 Jahre andauernde Arbeit geehrt, durch die er immer wieder an die Schrecken des Holocausts erinnert und dazu beigetragen hat, die deutsche Vergangenheit aufzuarbeiten.

    Den Preis nahm am Nachmittag Artur Brauners Tochter, die Journalistin und Filmproduzentin Alice Brauner, stellvertretend für ihren in Berlin lebenden Vater im Rathaus der Stadt Marl entgegen.

    Für den Marler Medienpreis Menschenrechte waren dieses Jahr knapp 100 Fernsehbeiträge von elf verschiedenen Sendern aus den Jahren 2015 und 2016 eingereicht worden. Hieraus hat eine Jury – bestehend aus Mitgliedern von Amnesty International – 15 Beiträge ausgewählt. Vergeben wurrde der Marler Medienpreis in fünf Kategorien: „Magazin Inland“, „Magazin Ausland“, „Dokumentation Inland“, „Dokumentation Ausland“ und „Film“.

    Ein Sonderpreis ging an die ZDF-Spezialsendung „aspekte“ mit dem türkischen Journalisten Can Dündar aus dem November 2016, der unter anderem Themen wie Meinungs- und Pressefreiheit beleuchtet hat.

    Die Nominierungen und Gewinner:

    Kategorie „Magazin Inland“

    • Monitor: Ein Problem, zwei Welten – Syrische Flüchtlinge in Deutschland und im Libanon (WDR)

    • Panorama: Kriegskinder Deutschland 1945 – Syrien 2015 (NDR)

    • Monitor: Afghanistans "sichere Gebiete"– Das zynische Spiel der Bundesregierung (WDR) *Winner

    Begründung: Die Autoren Nikolaus Steiner und Jakob Paßlick zeigen darin, dass die vermeintlich "sicheren Gebiete" in Afghanistan, in die Bundesregierung Flüchtlinge abschiebt, keineswegs sicher sind.

    "Dem Beitrag gelingt es dadurch in besonderem Maße, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass die Diskussion um Schutz und Asyl nicht allein aus einer innenpolitischen, sondern vor allem aus einer humanitären Perspektive geführt werden muss.", so die Begründung der Nominierungsjury.

    Kategorie „Magazin Ausland“

    • Monitor: Flüchtlinge unerwünscht - der schmutzige Deal zwischen der EU und der Türkei (WDR)

    • Monitor: Hexenjagd in der Türkei? Erdogans harter Kurs gegen die Opposition (WDR)

    • Kontraste: Tausende Flüchtlinge in Griechenland, von der EU vergessen (rbb) *Winner

    Begründung: Der Film der "Kontraste"-Autoren Caroline Walter und Christoph Rosenthal schildert die Schicksale von syrischen und afghanischen Flüchtlingen, die in Griechenland in einer ausweglosen Situation unter katastrophalen Verhältnissen leben müssen. Die Autoren dokumentieren die Überforderung der griechischen Behörden bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise und die mangelnde Unterstützung durch die anderen EU-Mitgliedsstaaten. Zudem zeigt der Beitrag, wie afghanische Bürgerkriegsflüchtlinge systematisch benachteiligt werden.

    Die Jury begründete ihre Wahl u.a. mit der aufgezeigten "differenzierten Darstellung der vielschichtigen Probleme, welche uns wegen der (...) offenkundigen Verletzung des Asylrechts durch die EU betroffen macht".

    Kategorie „Doku Inland“

    • Tödliche Exporte: Wie das G36 nach Mexiko kam (ARD, SWR)

    • Protokoll einer Abschiebung (NDR)

    • My Escape - meine Flucht (WDR) *Winner

    Begründung:"Der Film schildert die Flucht nach Deutschland aus Sicht der Geflüchteten, indem er ihre Handyvideos und Interviews nach der Flucht kombiniert. Es bleibt ein starker Eindruck durch die Bilder der Fluchtwege sowie deren Beschreibung durch die geflüchteten Menschen, die solche Gefahren und Strapazen nicht ohne triftigen Grund auf sich nehmen. Fluchtursachen werden benannt und es berührt zu sehen, welch große Hoffnungen die jungen Menschen insbesondere auf Deutschland setzen. Der Film setzt einen Kontrast zu vielen Vorurteilen gegenüber Geflüchteten."

    Buch und Regie: Elke Sasse; Redaktion: Jutta Krug (WDR), Hanne Kehrwald (DW), Frauke Sandig (DW)

    Hier die komplette Doku auf YouTube:

    Kategorie „Doku Ausland“

    • Die Story im Ersten: Der Traum von Sicherheit (WDR)

    • La Buena Vida – Das gute Leben (ZDF/ 3sat)

    • Die Story im Ersten: Erstickt im LKW – Das Ende einer Flucht (NDR / WDR) *Winner

    Begründung: Der Film schildert das Schicksal der 71 Flüchtlinge aus Afghanistan, Irak, Syrien und dem Iran, deren verwesten Leichnahme im August 2015 in einem Kühllaster auf einer Autobahn bei Wien entdeckt wurden. Das Autorenteam recherchierte auch im Netzwerk von Schleppern und Schleusern, lässt Ermittler und Anwälte zu Wort kommen.

    "Akribisch wird ein Verbrechen aufgerollt und am Ende wissen wir, warum Flucht zur Todesfalle werden kann. Mörder, die mit Flucht Geld verdienen und Europas Politik der Abschottung zerreibt auch die, die überleben. Die Leistung des Beitrages ist auch, den Opfern die Anonymität zu nehmen, ihnen ein Gesicht zu geben", so die Begründung der Jury.

    Hier der komplette ARD Beitrag auf YouTube:

    Kategorie „Fernsehfilm“

    • Die Kinder der Villa Emma (ORF / ARD-Degeto)

    • Der Andere (ZDF)

    • Meister des Todes - Ein Film über illegale Waffenexporte nach Mexiko. (SWR, BR, ARD Degeto) *Winner

    Weitere Infos hier unter Amnesty International.

    Links: www.m3-amnesty.de | www.amnesty.de

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    Filmfest Hamburg vergab seine Hauptpreise am Samstagabend.

    Schon am Freitag wurde beim 25.Filmfest Hamburg der Produzentenpreis vergeben, während die Hauptpreise erst am Samstagabend, den 14. Oktober 2017 folgten.

    Selten hat es im Programm des Filmfests Hamburg so viele außergewöhnliche Filme gegeben wie im Jahr des 25. Jubiläums. Mehr als 100 nationale und internationale Spiel- und Dokumentarfilme präsentierte das Festival. Die Hauptpreisträger und weitere Wettbewerbsfilme der Festspiele von Cannes und Locarno sind gezeigt worden, ebenso die Publikumspreis-Gewinner aus Sundance und Toronto.

    • Der mit 25.000 Euro dotierte Hamburger Produzentenpreis für die Auswahl »Europäische Kino-Koproduktionen« ging an die deutsche Koproduzentin Eva Blondiau (Colour of May, Köln) für ihren Film "ARRHYTHMIA" von Boris Khlebnikov, eine Koproduktion mit Russland und Finnland.

    Die Jury (Renate Rose, ehemalige Geschäftsführerin der European Film Promotion; Michael Eckelt, Riva Filmproduktion; Hermine Huntgeburth, Regisseurin)  hat sich "in einen Liebesfilm verliebt, der eigentlich ein Trennungsfilm ist".

    Hier der Trailer:

    • Der Commerzbank Publikumspreis ging an "For Your Own Good" von Carlos Therón, Spanien. Hier der Trailer:

    Synopsis:

    Väter am Rande des Nervenzusammenbruchs: Arturo, Poli und Chus gehen durch eine schwere Phase – ihre Töchter haben sich verliebt. Selbstverständlich entsprechen die Auserwählten ganz und gar nicht den Vorstellungen der wertkonservativen Familienoberhäupter: ein Hippie mitDreadlocks, ein Taugenichts mit Drogenkontakten und ein Kunstfotograf mit Playboy-Allüren sollen die Zukunft ihrer Töchter sein? Niemals!

    • Der mit 10.000 Euro dotierte Hamburger Sichtwechsel Filmpreis ging an "The Future Perfect" von Nele Wohlatz (Argentinien). Mit dem Sichtwechsel Filmpreis, gestiftet vom Auswärtigen Amt, zeichnet FILMFEST HAMBURG ab 2017 erstmals Regisseur*innen aus, die über nationale und kulturelle Grenzen hinweg in anderen Ländern arbeiten und Filme realisieren. Hier der Trailer:

    Synopsis:

    Die Chinesin Xiaobin ist 17 und spricht kein Wort Spanisch, als sie nach Argentinien kommt. Während ihre Familie in einer Parallelwelt lebt, will die junge Frau mit ihrer Umwelt kommunizieren und meldet sich in einem Sprachkurs an und greift dabei immer stärker in das Drehbuch des Films ein. The Future Perfect ist ein raffiniertes Spiel mit Zukunftsoptionen und möglichen Identitäten und geht auf eine reale Begegnung der Regisseurin und der Protagonistin in einem Sprachkurs zurück.

    • Der mit 5.000 Euro dotierte NDR Nachwuchspreis ging an "Beach Rats" von Eliza Hittman aus New York. Die Auszeichnung geht seit 2012 an ein Langfilmdebüt oder eine zweite Regiearbeit. Hier der Trailer:

    Aus der Jurybegründung:

    "Die Geschichte fesselt in ihrer dramaturgischen Stringenz und psychologischen Stimmigkeit von der ersten Sekunde an. 'Beach Rats' versteckt sich nicht hinter ästhetischen Spielereien oder erzählerischen Skurrilitäten, sondern bezieht emotional Haltung und ist dabei so zärtlich, sinnlich, direkt, pulsierend und verletzlich, dass wir bewegt das Kino verlassen und uns bewusst werden, was Filmemachen bedeutet: Liebe zum Zuschauer."

    In "Beach Rats" erzählt Eliza Hittman, die sowohl das Drehbuch schrieb als auch Regie führte, von dem Teenager Frankie (Harris Dickinson). Der einzige Ort, an dem er offen über seine sexuellen Wünsche sprechen kann, ist der Chatroom, in dem er nachts älteren schwulen Männern schreibt. Als er sich mit Leuten aus dem Netz zu treffen beginnt und seine Kumpels sein Geheimnis zu entdecken drohen, muss Frankie eine radikale Entscheidung treffen.

    • Der Kritikerpreis ging an "Florida Project" von Sean Baker. Hier der Trailer:

    Synopsis:

    Die sechsjährige Moonee (Brooklynn Prince) lebt unweit des Disneylands im sonnigen Orlando und hat ein höllisches Temperament. Als Moonees Mutter (Bria Vinaite) die Miete für ihre kleine Wohnung nicht mehr zahlen kann und einer zwielichtigen Beschäftigung nachgehen muss, erhält sie Unterstützung vom Motelmanager Bobby (Willem Dafoe), der mit großem Herzen immer wieder Ordnung ins Chaos zu bringen versucht.

    • Der Preis »Der politische Film der Friedrich-Ebert-Stiftung« ging an die Doku "The Wait" von Emil Langballe (Dänemark).

    Synopsis:

    Die 14-Jährige Rokhsar ist vor fünf Jahren mit ihrer Familie aus Afghanistan geflohen und lebt jetzt in einer dänischen Kleinstadt. Wie andere Jugendliche auch spricht sie mit ihren Freundinnen über süße Jungs und spielt Fußball im örtlichen Verein. Allerdings wurde ihr Asylantrag abgelehnt und die Abschiebung der Familie kann jederzeit erfolgen.

    • Der Art Cinema Award des internationalen Verbands der Filmkunsttheater (C.I.C.A.E.) ging an "The Rider" von Chloé Zhao. Hier der Trailer:

    Synopsis:

    Nach einem Rodeo-Unfall muss sich Brady mit einer Metallplatte im Kopf abfinden. Viel schlimmer für den jungen Cowboy ist es aber, dass er nie wieder reiten darf. Für Brady bricht eine Welt zusammen. Hin- und hergerissen zwischen seinem alten und zukünftigen Leben muss Brady seine Identität neu ausloten.

    Link: www.filmfesthamburg.de

    Quellen: Blickpunkt:Film | filmecho | DW | SWR | Oscars | Amnesty | ARD | WDR | dpa | Filmfest Hamburg


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    Akademie der Künste Berlin vergibt Preis an ungarische Filmregisseurin.

    Der diesjährige »Konrad-Wolf-Preis« der Akademie der Künste Berlin geht an die ungarische Filmregisseurin Márta Mészáros. Die Verleihung des Preises, der mit 5.000 Euro dotiert ist, findet am 18. Oktober 2017 statt. Zur Begrüßung wird Jeanine Meerapfel sprechen, Filmemacherin und Präsidentin der Akademie der Künste. Die Jury bildeten die Akademie-Mitglieder Bettina Böhler (Filmeditorin), Gisela Tuchtenhagen (Kamerafrau, Dokumentarfilmregisseurin) und Tamara Trampe (Filmemacherin, Dramaturgin).

    Aus der Jurybegründung: „Die Arbeit an etwa 60 Filmen wird zu einer lebenslangen Suche nach einem Ausdruck für ihre eigene Biografie und so auch für das Leben und Werden der Menschen im 20. Jahrhundert. Zwei Weltkriege, die Zeit der Säuberungen während der Stalinzeit, die Niederschlagung des Volksaufstandes in Ungarn 1956, haben die Gesellschaft geprägt. Angst und Misstrauen, Verdrängung und das Bedürfnis zu vergessen, sickern wie Gift in alle Beziehungen. Márta Mészáros aber sucht die Kraft des Individuums, das Widerständige. (…) Dieses genaue Wissen um das Milieu ihrer Protagonisten, vorwiegend Frauen, hat ihre Ästhetik geformt und ist bis heute überzeugend und anrührend.“

    Márta Mészáros wird 1931 im ungarischen Kispest geboren. Als Fünfjährige emigriert sie mit ihren Eltern nach Kirgisien. Dort wird ihr Vater, ein Bildhauer, im Zuge der stalinistischen Säuberungen hingerichtet und ihre Mutter stirbt nur wenig später an Typhus. Márta Mészáros wächst bei einer Pflegemutter auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrt sie nach Ungarn zurück. In Moskau studiert sie als eine der wenigen Frauen Regie. Zurück in Ungarn beginnt sie Kurz- und Dokumentarfilme zu drehen, 1968 entsteht ihr erster Spielfilm: Das Mädchen. Bezeichnend für Mészáros‘ Werk ist die untrennbare Verknüpfung ihrer autobiografischen Erfahrungen mit der Geschichte Ungarns, die sich im Zusammenspiel von dokumentarischem Material und fiktionalem Inhalt wiederfinden. Insbesondere die Tagebuch-Trilogie, die in den 1980er Jahren entstand, zeugt davon, wie sehr sie sich als Chronistin ihres Landes versteht. Weltweit wurde ihr Werk mit Preisen bedacht, so erhielt sie den Goldenen Bären bei der Berlinale 1975 für Adoption, 2007 die Berlinale Kamera für ihr Lebenswerk sowie weitere Auszeichnungen bei den Festivals in Cannes, Venedig, San Sebastián, Karlovy Vary und Moskau. Márta Mészáros lebt in Budapest.

    Benannt nach dem Filmregisseur und langjährigen Präsidenten der Akademie der Künste der DDR wird der Konrad-Wolf-Preis jährlich für herausragende künstlerische Leistungen auf den Gebieten der Darstellenden Kunst oder der Film- und Medienkunst vergeben. Preisträgerinnen und Preisträger waren zuletzt Nicola Hümpel von Nico and the Navigators (2016), Christoph Schlingensief/ Operndorf Burkina Faso (2015), Jürgen Holtz (2014) und die Fotoagentur Ostkreuz (2013).

    Preisverleihung

    Mittwoch, 18. Oktober 2017, 19 Uhr, Eintritt frei!

    Akademie der Künste

    Hanseatenweg 10

    Berlin-Tiergarten

    Im Anschluss an die Preisverleihung wird der Film "Das Mädchen" (Ungarn, 1968) gezeigt.

    Filmstill: "Das Mädchen | The Girl | Eltávozott nap" by Márta Mészáros (1968)

    Synopsis:

    Zurückhaltend und feinfühlig schildert Márta Mészáros in ihrem ersten Spielfilm den Emanzipationsprozess der 24-jährigen Fabrikarbeiterin Erzsi, die ruhelos durch ihr Leben streift. Im Kinderheim aufgewachsen, macht sie sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter, die sie nach der Geburt weggegeben hat. Als sie im Dorf der Mutter angekommen ist, bereut diese schon wieder, einem Treffen zugestimmt zu haben, und gibt die Tochter vor ihrer Familie als Nichte aus Budapest aus. Die sprachlose Distanz zwischen Mutter und Tochter lässt sich nicht aufheben, und Erzsi bleibt in der mütterlichen Familie ein Fremdkörper. Auf der Zugfahrt lässt sie sich widerstrebend auf die Avancen eines jungen Mannes ein, bleibt emotional aber abwesend. Erst zum Schluss scheint die Möglichkeit einer zukünftigen Bindung auf.

    Link: www.adk.de

    Quellen: ADK | Arsenal Berlin


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    Förderpreis für Filmkunst: Eine Kooperation der Nationalgalerie und Deutsche Filmakademie e.V.

    Um den Austausch zwischen der filmenden und der bildenden Kunst zu unterstützen, vergeben die Freunde der Nationalgalerie und die Deutsche Filmakademie am 20. Oktober 2017 einen gemeinsamen Preis im Staatlichen Museum »Hamburger Bahnhof«, Museum für Gegenwart Berlin, eine Dependance der Neuen Nationalgalerie, die derzeit wegen Grundsanierung für fünf Jahre geschlossen ist.

    Der Förderpreis für Filmkunst ist mit 10.000 Euro dotiert und wird im Rahmen der Verleihung des Preises der Nationalgalerie an einen der vier Filme umfassenden Shortlist vergeben.

    Der vom Verein der Freunde der Nationalgalerie und der Deutschen Filmakademie seit 2011 zweijährlich gemeinsam vergebene Preis hat sich zum Ziel gesetzt, einerseits für Filmkunst-Werke ein neues Publikum zu erschließen und andererseits den Blick auf das Wechselspiel zwischen Kunstästhetik und Filmästhetik zu lenken.

    Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass sich die Ästhetik des Kunst-Films und die Ästhetik der Film-Kunst sehr stark angenähert haben. Für die künstlerische Dimension der Film-Kunst gibt es jedoch jenseits der Festivals kaum Aufführungsorte, weshalb eine Auszeichnung – verbunden mit einer Aufführung der Filmkunst am Museumsort – eine wunderbare Chance ist, filmische Grenzgänger der Öffentlichkeit zu präsentieren.

    In beiden Preisen bleibt jedoch die Trennung von „Film“ bzw. „Kunst“ erhalten. Entscheidend für die Nominierung ist das Selbstverständnis der Filmschaffenden, je nachdem, ob sie sich für Künstler oder für Filmemacher halten. Dementsprechend würden für den FÖRDERPREIS FÜR FILMKUNST nur Filmemacher nominiert werden, während für den PREIS DER NATIONALGALERIE ausschließlich Künstler nominiert werden – ganz unabhängig davon, in welchem Medium sie tätig sind: Malerei, Skulptur, Fotografie oder Film.

    Die zehnköpfige Jury aus Mitgliedern der Deutschen Filmakademie hat fünf Filmemacherinnen nominiert, die sich zwischen den Welten des Kinos und der Kunst bewegen: Jasmin Preiß ("Die süße Wiese"), Miriam Gossing und Lina Sieckmann ("Ocean Hill Drive"), Sandra Wollner ("Das unmögliche Bild") und Alexandra Balteanu ("Vanatoare").

    Der Regisseur/die Regisseurin sollte unter 40 Jahre alt sein sowie in Deutschland leben und arbeiten. Der Film darf zudem nicht älter als drei Jahre sein. Filme jeder Länge (ab einer Minute Laufzeit) waren zulässig. Ausschlaggebend für die Nominierung war nicht nur die Bedeutung des einzelnen Werkes, sondern auch das künstlerische Selbstverständnis und die persönliche Vision der Filmemacher*Innen.

    Shortlist zum Förderpreis für Filmkunst 2017

    "Diese süße Wiese" | Regie: Jasmin Preiß

    Deutschland 2017; 71 Min.

    Synopsis: Ich treffe den Künstler Karim Aouaj El Kasmi und bin fasziniert von der Schönheit eines verlorenen Menschen. Sein Wunsch, sich von den Beschränkungen des Alltags zu befreien manifestiert sich in einer exzessiven Suche nach einem selbstbestimmten Leben außerhalb der Norm.

    Vita: Jasmin Preiß wurde 1984 in Bonn geboren. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Düsseldorf. Im vergangenen Jahr schloss sie ihr Studium der freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf mit dem Akademie-Brief ab. Zuvor studierte sie Kommunikations-Design an der Folkwang Hochschule Essen.

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    "Ocean Hill Drive" | Regie: Miriam Gossing und Lina Sieckmann

    Deutschland 2016; 21 Min. Hier der Trailer:

    Synopsis:"Ocean Hill Drive" untersucht in dokumentarischen Bildern das seltene Phänomen des ‘shadowflicker’, welches sich aufgrund einer zu dicht platzierten Windturbine in einer Vorstadtsiedlung nahe Boston ereignet. Der pulsierende Schattenwurf dringt in die häusliche Sphäre verschiedener Eigenheime der us-amerikanischen Suburbia und bewirkt eine hypnotisierende Unterbrechung der gewöhnlichen Wahrnehmung des Raumes. Der sogenannte Flickereffekt, ein aus dem Kontext des strukturellen Experimentalflms bekanntes Motiv, taucht hier innerhalb dokumentarischer Aufnahmen verschiedener Wohnräume und Landstriche der amerikanischen Ostküste auf und stellt das soziale und psychologische Gleichgewicht der Nachbarschaft zunehmend in Frage. Der von einer Sprecherin aus dem Off vorgetragene Text setzt sich aus fragmentarischen Originalaussagen verschiedener Anwohner zusammen.

    Vita: Lina Sieckmann und Miriam Gossing, geboren 1988, haben ihr Studium an der Kunsthochschule für Medien in Köln mit dem Diplom abgeschlossen und anschließend ein Gaststudium an der Kunstakademie in Düsseldorf absolviert. Sie haben bereits mehrere Experimentalfilme auf 16mm-Film realisiert. Ihre Arbeiten werden auf Festivals wie in Museen gezeigt (u.a. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, Videonale, Indie Lisboa, Folkwang Museum, Anthology Film Archives New York).

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    Das unmögliche Bild | Regie: Sandra Wollner

    Deutschland / Österreich 2016; 70 Min.

    Synopsis:„Die Erinnerung ist so unzuverlässig, dass man manchmal meinen könnte es wär die Zukunft“– Johanna F.

    Wien in den 1950ern. Eine Kindheit gebannt auf 8mm, festgehalten von der 13-jährigen Johanna. Eine Kindheit, wie sie hätte sein können. Fragmente einer Familiengeschichte von Familiengeheimnissen. Wir erleben einen Haushalt voller Frauen rund um die Großmutter Maria Steinwendner, die wöchentliche Kochklubs veranstaltet. Bloß gekocht wird nie … „Papa hat immer gesagt man muss schnell sein, wenn man was sehen will. Weil alles verschwindet“, sagt Johanna während sie eine tote Katze filmt. „Aber ich glaub das nicht. Ich glaub man muss nur lang genug hinschauen“. Und Johanna schaut lange hin. Bis sie plötzlich selbst gesehen wird.

    Vita: Sandra Wollner ist 1983 in Leoben/Österreich geboren. Nach ihrem Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften arbeitete sie als Editorin und Regisseurin verschiedener Formate, später leitete sie die Postproduktion einer Wiener Produktionsfirma, während sie an eigenfinanzierten Projekten arbeitete. Seit 2012 studiert Sandra Regie für Dokumentarfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg.

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    Vanatoare | Regie: Alexandra Balteanu

    Deutschland 2016; 75 Min. Hier der Teaser:

    Synopsis: Drei Frauen, drei Schicksale. Lidia lebt mit ihrem Ehemann und zwei Kindern am Rande von Bukarest und züchtet Tauben. Denisa hat einen Freund, der unbedingt neue Turnschuhe braucht. Und Vanessa will mit einer Annonce endlich den Mann ihrer Träume finden – aber nur, wenn er grüne Augen hat. Zusammen stehen sie jeden Tag unter der Autobahnbrücke, die Bukarest mit der nächsten Stadt verbindet. Während das Leben an ihnen vorbeirauscht, warten sie auf den nächsten Freier. Hier, zwischen den Betonpfählen, inmitten von Lärm, Dreck und Abgasen, vergehen ihre Tage mit bleierner Schwere. Ein Alltag, der geprägt ist von Angst, Unsicherheit und Gewalt. Eines Tages kommt es zu einer Konfrontation mit der Polizei, doch je mehr die Frauen ihre Lage erklären, desto mehr spitzt sich die Situation zu.

    Vita: Alexandra Balteanu wurde 1982 in Rumänien geboren und lebt seit 2003 in Deutschland. Sie studierte Media Studies an der Bauhaus University in Weimar und nahm anschließend das Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin auf.

    Link: preisdernationalgalerie.de

    Quellen: Deutsche Filmakademie | Nationalgalerie


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